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Die Kartoffel eine Knolle die es in sich hat!

Die Kartoffel eine Knolle die es in sich hat!
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Die Kartoffel – nicht so harmlos wie man denkt!

Ihren Ursprung hat die Kartoffel in Amerika, vor allem in den südamerikanischen Ländern wie Peru, Argentinien und Chile ist sie weit verbreitet. Ihre Geschichte reicht bis zu 13.000 Jahre zurück. Sie sind heute unter Anderem als Erdäpfel, Erdbirnen, Potaten oder als Grumbeeren.

Wann genau die Kartoffel ihren Weg nach Europa gefunden hat ist nicht bekannt, Vermutungen nach war dies zwischen Anfang und Mitte des 16ten Jahrhunderts. Erstmals erwähnt wurde Sie als Fracht auf einem Schiff, welches sich 1567 auf den Weg von Südamerika nach Europa (Kanarische Inseln) machte. (9)

Die Gefahren der Kartoffel

Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs und beinhaltet daher auch die für diese Pflanzenart bekannten Giftstoffe, vor allem das bekannte Solanin. Dieses Nervengift, das der Abwehr von Schädlingen dient, entsteht während der Photosynthese in den Blättern und wandert von dort auch in die Knollen, wo es sich direkt unter der Schale einlagert.

Aus diesem Grund ist die Kartoffelpflanze selbst als Lebensmittel absolut ungeeignet, lediglich die Knollen selbst können verzehrt werden. Eine Erfahrung, die nicht wenige der ersten Bauern, welche die Kartoffel kultivieren wollten, mit dem Leben bezahlt haben.

Auch heute kommt es regelmäßig zu Solaninvergiftungen, da die Kartoffel oft falsch verarbeitet und zubereitet wird. Vor allem die hier falsche Weisheit „Die meisten Vitamine sitzen in der Schale“, die im Übrigen für kein einziges Wurzelgemüse anzuwenden ist, trägt dazu bei, dass Kartoffeln mit Schale verspeist werden. So wird das gefährliche Solanin dem Organismus in hohen Dosen zugeführt. Auch die Behauptung, das Solanin würde durch das Kochen der Kartoffel neutralisiert, ist absolut falsch. Das Solanin ist hitzebeständig bis zu Temperaturen, die weit über 100° Grad liegen.

Welche Gefahren drohen durch das Solanin?

Beim Solanin handelt es sich um eine stark giftige Substanz, die selbst bei gesunden Menschen Wirkung zeigt (sofern die Dosis hoch genug ist). Vollkommen anders gestaltet sich das bei Menschen, deren Immunsystem nicht voll ausgeprägt ist. Dazu gehören vor allem Kinder, ältere Menschen, erkrankte oder geschwächte Menschen und Schwangere (6), wobei hier eine Gefahr für die werdende Mutter und das ungeborene Kind besteht. Zudem steigt der Solaningehalt im Körper durch den häufigen Verzehr der Knolle, was langfristig ebenfalls zu Schäden führt.

Die Hauptursache für eine Solaninvergiftung findet sich dabei meistens in einer falschen Zubereitung und der Missachtung wichtiger Hinweise. Wird die Kartoffel richtig verarbeitet und werden die wichtigen Faktoren dabei beachtet, ist die Gefahr einer entsprechenden Vergiftung eher gering.

Wie äußert sich eine Solaninvergiftung?

Die ersten Erscheinungsmerkmale einer Solaninvergiftung zeigen sich meistens in Form eines „schweren Magens“ und in einer leichten Übelkeit. Je nach Höhe des Solaninanteils können diese Merkmale wieder verschwinden oder es kommen weitere Symptome dazu.

Liegt tatsächlich eine massivere Solaninvergiftung vor, tritt diese meist durch Erscheinungen wie Benommenheit, Berührungsüberempfindlichkeit und eine erschwerte Atmung zu Tage. Bei höheren Konzentrationen von Solanin, die durch starkbelastete Kartoffeln oder durch den vorgesetzten Verzehr derselben entstehen können, kommt es zu starker Übelkeit und Erbrechen, Symptome die häufig auch als Solanismus bezeichnet werden. (7,1)

Weitere Symptome können sich im Brennen oder Kratzen im Hals, in Darm- und Magenbeschwerden, Nierenentzündungen mit blutigem Harn, Fieber, Gliederschmerzen und Durchfall äußern. Bei starken Vergiftungen kann es zudem zu einer Auflösung der roten Blutkörperchen, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufproblemen, Atemnot und zu einer Schädigung des Nervensystems in Form von Krämpfen und Lähmungen kommen.

Die tödliche Dosis bei einem erwachsenen Menschen liegt in etwa bei drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Sprich bei einem 90 kg schweren Mann wirken bereits 270 Milligramm (0,27 Gramm) Solanin tödlich.(4)

Wenn man in Erwägung zieht, dass die WHO einen Grenzwert von 20 mg Solanin pro 100g Kartoffelprodukt hat, ist das durchaus bedenklich. (1) Desweiteren lässt die Giftigkeit in etwa mit Arsen vergleichen. (2)  

Sollten nach dem Verzehr von Kartoffelprodukten mit Schale die oben genannten Symptome auftreten rufen sie bitte diese Nummer an 0228 / 19240 (3)

Wie kann einer Solaninvergiftung vorgebeugt werden?

Gänzlich ausschließen kann man eine Solaninvergiftung nur, indem man keine Kartoffeln mehr zu sich nimmt. Das ist jedoch nicht notwendig, zumal die Kartoffel ein ausgesprochen nahrhaftes, vitaminreiches und bei richtiger Zubereitung um gesundes Lebensmittel handelt. Wer sich an bestimmte Regeln bei der Lagerung und Zubereitung von Kartoffeln hält, kann die schmackhafte Erdknolle auch in Zukunft ohne Bedenken zu sich nehmen.

Lagerung:

  • Die Kartoffel muss immer kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Vor allem Licht fördert die Photosynthese in der Kartoffel und somit auch die Produktion von Solanin. Auch zu hohe (über 22° Grad) oder zu geringe (unter 10°Grad) steigern den Solaningehalt.
  • Grüne Kartoffeln sind unbedingt zu entsorgen. Der Irrglaube, man könnte die Kartoffel in der Sonne „Nachreifen“ lassen ist einer der Hauptursachen für Solaninvergiftungen. Die grünliche Färbung wird durch einen hohen Solaningehalt verursacht, der durch den Lichteinfluss noch verstärkt wird.
  • Bei Kartoffeln, die im Auskeinem begriffen sind, können die Keime großflächig ausgeschnitten werden. Ratsamer ist es aber auf den Verzehr dieser Knollen zu verzichten, da sich bereits auch vermehrt Solanin in der Knolle gebildet hat. (8)

Zubereitung:

  • Wie schon erwähnt, lagert sich das Solanin zum größten Teil direkt unter der Schale ein. Wird die Kartoffel gründlich geschält, wird dadurch ein Großteil (ca. 70%) des Solanins entfernt. (Produkte mit Schalenresten unbedingt meiden). Sollte die Knolle jedoch grüne Stellen aufweisen, lieber auf Nummer sicher gehen und die Knolle direkt in den Bio-Müll.
  • Solanin ist wasserlöslich, beim Kochen der Kartoffeln gehen ca. 2/3 des Giftstoffes in das Kochwasser über. Aus diesem Grund ist das Kochwasser danach unbedingt wegzuschütten, auf keinen Fall sollte es als Gemüsebrühe oder zum Kochen zusätzlicher Lebensmittel weiterverwendet werden.
  • Die Information, dass das Solanin beim Frittieren zerstört wird, ist nur bedingt richtig. Tatsächlich nimmt der Solaningehalt beim Frittieren über 170° Grad ab. Allerdings wird nicht das komplette Solanin abegötet, deshalb sollte auch auf Kartoffeln mit Schalenbestandteilen (Wedges , usw) verzichtet werden. (5)
  • Kleine und Frühkartoffeln beinhalten einen proportional deutlich höheren Solaninanteil als ihre größeren Geschwister. Das erklärt sich in dem erheblich ungünstigeren Verhältnis von Schalenanteil zum Fruchtfleischanteil. Daher sollten beim Kauf große Kartoffeln bevorzugt werden.
  • Weniger ist mehr, das trifft auch auf die Kartoffel zu. Der häufige Verzehr steigert das Risiko einer Solaninvergiftung. Wer aber nur ein- bis zweimal pro Woche Kartoffeln verspeist, steht in der Regel auf der sicheren Seite.
Fazit:

Die Kartoffel ist ein wichtiges und ausgesprochen nahrhaftes Lebensmittel, da beißt die Maus keinen Faden ab. Zudem ist sie enorm lecker und aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dennoch birgt sie, wie die meisten anderen Lebensmittel auch, ein gewisses Risiko, welches vor allem bei der falschen Handhabung zu Tage tritt.

Daher sollten alle, vor allem die gesundheitlich geschwächten Menschen, die oben erwähnten Regeln beherzigen, um die Gefahr einer Solaninvergiftung zu minimieren. Besonders werdende Mütter sollten während ihrer Schwangerschaft jedoch auf den Genuss von Kartoffeln verzichten, um ihr Wohlergehen das  des Kindes nicht zu gefährden.

In Anberacht aller Risiken die Solanin für das ungeborene Kind mit sich bringt werden von öffentlichwirksamen Medien wie der Süddeutschen Zeitung (11), fragwürdige/ gefährliche Zubereitungsmethoden für Kartoffeln im Netz verbreitet. Das grenzt schon Körperverletzung. 

Quellen:

 

 

 



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