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Mama ich mag das nicht! Kinder und ihre Speisevorlieben

Mama ich mag das nicht! Kinder und ihre Speisevorlieben
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Jeder von Ihnen kennt diese Situation: Sie sitzen am Esstisch, freuen sich schon auf das leckere Mittagessen, und Ihre Mutter serviert Ihnen Spinat oder Brokkoli. Innerhalb weniger Sekunden geht die Vorfreude über in den blanken Horror. Aber warum lehnen Kinder Lebensmittel ab, die von Medien und Ernährungsgesellschaften als gesund propagiert werden? Das wird Thema dieses Artikels sein, damit Sie in Zukunft ohne unnötige Konflikte am Esstisch Ihr Mittagessen genießen können.

Kleine Zuckerliebhaber:

Gerade wenn es um das Thema Zucker geht, machen sich Eltern am meisten Sorgen um ihr Kind. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Zucker in den Medien als eine Art Gift dargestellt wird, welches Übergewicht verursacht. Da kommt schnell ein schlechtes Gewissen auf, wenn Sie den Kindern etwas Süßes gönnen. Aber es hat einfach biologische Gründe, warum Kinder so gerne Süßigkeiten mögen:

  • 1. Süßes ist nicht giftig: Wenn etwas süß schmeckt, dann enthält das Lebensmittel keine natürlichen Abwehrstoffe, die der Gesundheit schaden können. Außerdem deutet der süße Geschmack daraufhin, dass es sich um etwas handelt, was schnell Energie liefert.
  • 2. Kinder befinden sich im Wachstum: Kinder haben von Natur aus einen höheren Bewegungsdrang als Erwachsene. Außerdem braucht der Körper jede Menge Energie, damit er das Wachstum sicherstellen kann.
  • 3. Ungünstiges Verhältnis von Volumen zur Körperoberfläche: Einen weiteren Nachteil, den Kinder im Vergleich zu Erwachsenen haben, ist ihre verhältnismäßig große Körperoberfläche. Je dünner das Kind ist, desto mehr Energie wird benötigt, um die Körpertemperatur auf konstant 37 C° zu halten.
Anmerkung: Haben Sie also kein schlechtes Gewissen, wenn Sie ihrem Kind etwas Süßes geben. Es hat seine biologischen Gründe. Wenn es allerdings um die Frage geht, ob nun Süß oder Fettig, wählen sie am besten die etwas süßere Variante. Anders als beim Zucker können Fette aufgrund ihrer chemischen Struktur nicht so schnell vom Körper verstoffwechselt werden. 

Warum verschmähen Kinder bestimmte Lebensmittel?

Gerade wenn Sie versuchen Kindern vermeintlich gesunde Essgewohnheiten näher zu bringen, sind Generationenkonflikte am Esstisch vorprogrammiert. Das liegt vor allem daran, dass bei Kindern Entgiftungsorgane wie beispielsweise die Leber noch nicht so funktionsfähig sind wie bei Erwachsenen. Zweitens sind bei Kindern die natürlichen Instinkte besser ausgeprägt als bei Erwachsenen, deren Instinkte teils von babarischen Ernährungsmarroten überlagert wurden. Im folgenden Absatz werde ich auf die 15 wichtigsten Dinge eingehen, die von Kindern abgelehnt werden, und erläutere, warum das so ist.

Warum isst mein Kind keinen Brokkoli?

Brokkoli gilt als Kinderschreck schlechthin. Es hat auch seine Gründe, warum Kinder das auf ersten Blick  baumartig anmutende Gewächs verschmähen. Erstens riecht gekochter Brokoli aufgrund schwefelhaltiger Substanzen nach Schwefel, zweitens enthält er von Haus aus viele Abwehrstoffe, die vom Kind noch nicht so gut entgiftet werden können.

Das 3-Indol-Carbiol, welches in Brokkoli vorhanden ist, wurde aufgrund seiner Breitbandwirkung (ist auf viele Intsektenspezies wirksam) als Pestizid verboten. Bei Ratten wurde die Fortpflanzung durch diesen Stoff beeinträchtigt. (2)

Warum mögen Kinder keinen Brokkoli

Warum mag mein Kind keinen Spinat?

Jeder, der den Seemann Popeye kennt, weiß, dass er dicke Oberarme bekommt, sobald er seinen Spinat isst. Gerade Jungs haben darunter zu leiden, wenn Väter versuchen den Kindern Spinat auf irgendeine Weise näher zu bringen. Dabei enthält Spinat noch nicht einmal viel Eiweiß. Der Grund, warum Kinder keinen Spinat mögen, ist die enthaltene Oxalsäure. In Kombination mit Calcium bildet sie Calciumoxalat (der Stoff, aus dem Nierensteine bestehen). Auch bei der Oxalsäure handelt es sich um einen pflanzeneigenen Abwehrmechanismus.

Anmerkung: Mittlerweile hat mein Vater es aufgegeben, mir am Esstisch den Spinat näher zu bringen. Die Frage: “Hatte Popeye Probleme mit Nierensteinen?“, hat viel dazu beigetragen, dass ich mein Essen spinatfrei genießen kann. 

Warum mögen Kinder keinen Spinat

Warum mag mein Kind keine Zitrusfrüchte?

Der Säuregehalt von Früchten ist ein Hinweis auf deren Reifegrad: Je saurer eine Frucht ist, desto länger braucht sie, bis sie richtig reif ist. Kinder wissen das instinktiv und lassen deshalb die Finger von zu sauren Früchten. Ein weiterer Grund für die Abneigung gegenüber sauren Früchten kann die Magensäureproduktion sein. Wenn Ihr Kind über eine ausreichende Magensäureproduktion verfügt, dann wird es schwer sein, ihm Mandarinen oder Ähnliches näher zu bringen. Kinder mit schwacher Magensäureproduktion hingegen mögen Zitrusfrüchte, weil die in der Frucht enthaltene Säure die Verdauung unterstützt.

Warum mag mein Kind keine zitrusfrüchte

Mein Kind trinkt nicht ausreichend, was soll ich tun?

Wasser ist lebensnotwendig, aber kann im Übermaß auch giftig sogar tödlich sein. Jeder Körper versucht seinen Flüssigkeitshaushalt konstant auf einem Level zu halten, als Regulator dient das Natriumchlorid (Kochsalz). Hat er zu wenig Wasser meldet sich der Durst, wenn allerdings zu viel Wasser vorhanden ist, bekommen wir Hunger auf etwas Salziges. Denn um überschüssiges Wasser loszuwerden, benötigt der Körper eben Salz. Machen Sie sich keinen Kopf darum, wenn Ihr Kind zu „wenig“ trinkt, denn über den Durst wird alles geregelt.

Mein Kind trinkt zu wenig, was soll ich tun

Ein weiteres Phänomen, das immer wieder auftritt, ist, dass Kinder ganz gerne jede Menge Salzstangen futtern. In den meisten Fällen ist das ein Zeichen für einen Salzmangel. Auch Maggiflaschen sind bei Kindern sehr beliebt, hier spielt ebenfalls der Salzgehalt eine Rolle, aber auch das Glutamat tut sein Übriges. Das Glutamat dockt an den Umami-Rezeptoren der Zunge an und signalisiert dem Gehirn: „Hey, es hier gibt es leicht verdauliches Eiweiß“. Den selben Effekt können sie auch bei Sojasauce oder Hefeextrakt beobachten.

Mein Kind isst kein Gemüse:

Eine gute Entscheidung Ihres Kindes, denn Gemüse produziert Abwehrstoffe, die nicht ganz ohne sind. Brokkoli ist nur ein Beispiel für wehrhafte Pflanzenkost. Zucchinis werden auch ganz gerne mal verschmäht, denn die in der Zucchini enthaltenen Cucurbitate sind extrem giftig. Es sind sogar schon Todesfälle durch bitter schmeckende Zucchinis bekannt.(1)

Mein Kind isst kein Vollkornbrot und mag auch keinen Vollkornreis:

Auch hier hat Ihr Kind gute Gründe, um auf dieses Lebensmittel zu verzichten. Denn auch Getreide bildet Abwehrstoffe, um sich vor Fraßfeinden zu schützen. Die im Getreide enthaltene Phytinsäure beeinträchtigt die Eiweißverdauung und verhindert, dass wichtige Mineralien wie beispielweise Calcium vom Körper aufgenommen werden können. (4)

Warum mag mein Kind kein Vollkornbrot

Außerdem verschiebt sich bei Vollkernmehl das Verhältnis zwischen Phosphor und Calcium, was zusätzlich die Aufnahme von Calcium beeinträchtigt. (3) Ein dritter Grund, warum Sie und Ihr Kind keine bzw. weniger Vollkornprodukte verzehren sollten, ist menschengemacht. In den Randschichten des Getreides befinden sich überdurchschnittliche viele Schadstoffe, da diese als erstes mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt kommen. In Proben von Vollkornreisprodukten wurde beispielsweise erhöhte Mengen des Giftstoffes Arsen nachgewiesen. (5)

Warum mag mein Kind keine Kartoffeln?

Kartoffeln gehören zu den Nachtschattengewächsen und produzieren Giftstoffe, um sich vor Fraß zu schützen. Besonders die Giftstoffe Solanin und Alpha-Chaconin sorgen dafür, dass Kinder einen großen Bogen um gekochte Kartoffeln machen. Frittierte Kartoffelprodukte wie Chips oder Pommes werden hingegen mit Vergnügen verzehrt, weil die zuvor genannten Giftstoffe durch das Frittierfett aus der Kartoffel ausgelaugt werden. Wenn das Kind älter wird, können Sie auch normale Kartoffelgerichte wie beispielsweise Pellkartoffeln servieren.

Warum mag mein kind keine Kartoffeln

Warum mögen Kinder kein scharfes Essen?

Die Geschmacksempfindung scharf ist in Wirklichkeit gar keine Geschmacksempfindung, sondern es handelt sich um hierbei um Schmerz. Das in Chili-Schoten vorkommende Capsaicin ist ebenfalls ein Abwehrmechanismus, um zu verhindern, dass die Frucht versehentlich von Säugetieren gefressen wird. Vögel haben hingegen keine Capsaicinrezeptoren.

Aber warum essen die Menschen in südlicheren Regionen gerne scharf? Das hängt vor allem mit den Temperaturen zusammen: Wenn es warm ist, verdirbt das Essen schneller. Genau hier kommt die Schärfe ins Spiel. Einerseits wirkt das Capsaicin antibiotisch und andererseits fördert es auch die Magensäureproduktion, beides Eigenschaften, die den Konsumenten vor einer bakteriellen Infektion schützen.

Warum mag mein Kind kein scharfes Essen
Anmerkung: Scharfes Essen ist Gewohnheitssache: Wenn regelmäßig scharfe Speisen verzehrt werden, macht es den Esser „immun“ gegen die Schärfe. Sollten allerdings seltener scharfe Speisen auf den Esstisch gelangen, kann es zu Verdauungsproblemen führen.

Warum mag mein Kind keinen Fisch?

Stellen Sie sich vor, man serviert Ihnen etwas, das komisch riecht und gleichzeitig noch auf der Zunge sticht. Würden Sie das Gericht dann freiwillig verzehren? Genau das ist der Grund, warum Kinder in der Regel keinen Fisch essen wollen. Vor allem die Gräten im Fisch sorgen dafür, dass Kinder den Verzehr von Fischprodukten ablehnen.

Warum mag mein Kind keinen Fisch

Versuchen Sie es doch mal mit Fischstäbchen, diese sind in der Regel frei von lästigen Gräten, und die knusprige Panade schafft einen zusätzlichen Anreiz für das Kind, Fischprodukte mögen zu lernen.

Warum mag mein Kind so gerne Bananen, aber verzichtet auf anderes Obst?

Bananen erfreuen sich bei Kindern hoher Beliebtheit, weil sie im Gegensatz zu den meisten Obstsorten (Äpfel, Zitrusfrüchten und Beeren) wenig Säure enthalten. Des Weiteren verfügen Bananen über einen hohen Nährwert und enthalten Stoffe, die einen positiven Effekt auf die Psyche haben. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn das Kind andere Obstsorten ablehnt, nachdem Sie die Bananen auf dem Speiseplan etabliert haben. In Bananen ist alles Wichtige drin, was der menschliche Körper braucht.

Warum mag mein Kind nur Bananen und kein anderes Obst
Anmerkung: Gerade in der heutigen Zeit, in der eine wahre Ernährungshysterie die Runde macht, wird man als Elternteil schon schief angeguckt, falls sich bei Ihrem Kind kein Obst in der Butterbrotbox findet. Geben Sie Ihrem Kind einfach jeden morgen eine Banane mit in die Schule, und Sie können sich gekonnt aus der Schussbahn gesundheitsüberbewusster Eltern winden.

Sollten Kinder kochen lernen?

Ja, auf jeden Fall, denn der richtige Umgang mit Lebensmitteln ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die wir im Alltag benötigen. Außerdem schützt Ernährungswissen vor ernährungsbiologischem Blödsinn, der über die Medien verbreitet wird. Wie zum Beispiel: Kartoffelschalen aus dem Backofen.

Sollten Kinder kochen lernen?

Früh übt sich, wer ein guter Koch werden möchte!

Fazit:

Das Essverhalten von Kindern wird besonders von biologischen Instinkten geprägt. Versuchen Sie deshalb Ihrem Kind nichts unter das Essen zu mischen, was ihm überhaupt nicht schmeckt. Von der Geschmacksprägung, die von einigen Ernährungsberatern/Ernährungsorganisationen propagiert wird, ist unbedingt Abstand zu halten.

Bekommen die Kinder bereits in frühen Kindheitsjahren beigebracht, bittere (giftige) Gemüsesorten zu essen, wird der instinktive Schutzmechanismus, der unseren Körper vor Vergiftungen bewahrt, außer Kraft gesetzt. In Experimenten zeigte sich, dass Kinder, die mit Sojamilch gefüttert wurden, selbst bitteren Apfelsaft nicht verschmähten (6). Ein weiterer ungewollter Effekt ist, dass Kinder in der Pubertät aufgrund der Vorliebe zu bitteren Substanzen schneller zu Bier bzw. zur Zigarette greifen. Und das ist nun wirklich nicht das Ziel, welches Sie ursprünglich angepeilt haben.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Artikel die Speisevorlieben Ihres Kindes etwas näher gebracht. Falls Sie der Meinung sind, dieser Artikel könnte auch anderen Eltern weiterhelfen, verlinken Sie ihn, oder teilen Sie ihn auf Facebook. Bis dahin wünsche ich Ihnen und Ihren Kindern viel Spaß und Genuss beim Essen.

 

Quellen:

 

 



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