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Gynäkomastie durch Soja? Phytoöstrogene und ihre Wirkung auf den Körper

Auf vielen Internetseiten und in der Werbung werden Phytoöstrogenen (pflanzliche Sexualhormone) eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper nachgesagt. Sie sollen gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und östrogenabhängige Krebsarten helfen. Oder um es kurz zu sagen: Laut manch einem selbsternannten Gesundheitsexperten im Netz handelt es sich hierbei um richtige Wundermittel. (1)

Doch mittlerweile hat das einst makellose Image der Sojaprodukte als Gesundheitstipp erheblich Schaden genommen. Es häufen sich Berichte, dass Phytoöstrogene unter anderem Verhaltensstörungen fördern und Potenzstörungen bei Männern verursachen. Was es mit diesen Erkenntnissen auf sich hat, wird Thema dieses Artikels sein.

Warum bildet die Sojapflanze überhaupt Phytoöstrogene?

Um zu verstehen, warum die Sojapflanze Phytoöstrogene bildet, muss man einen Blick auf die Biologie der Sojapflanze werfen. Die Sojabohne gehört zur Gattung der Hülsenfrüchte. Die Bohnen, die wir als „Fruchtfleisch“ bezeichnen, sind in Wirklichkeit der Nachwuchs der Pflanze, und der muss geschützt werden. Hinzu kommt noch, dass die Pflanze von Natur aus sehr nahrhaft ist. Mit 34% Eiweiß, 19% Fett und 27% Kohlenhydraten (2) handelt es sich für Denjenigen, der gerade auf Nahrungssuche ist, um einen leckeren Snack.

Deshalb muss die Pflanze Giftstoffe bilden, um zu verhindern, dass die Bohnen von Fressfeinden komplett verspeist werden. Zu diesen Abwehrmechanismen gehörten Phytinsäure, Proteaseinhibitoren, allergene Proteine und auch die bereits erwähnten Phytoöstrogene. Folgende Dinge können durch den Verzehr von Phytoöstrogenen ausgelöst werden:

Phytoöstrogene – eine bunte Mischung:

Wenn Sie im Netz recherchieren, dann wird von Phytoöstrogenen meist so berichtet, als wenn es sich hierbei um nur eine Substanz handeln würde. In Wirklichkeit gibt es viele verschiedene Substanzen mit unterschiedlichen Auswirkungen auf den Stoffwechsel. In der Sojabohne sind die Stoffe Genistin, Daidzein, Glycitein, Cumestrol und Glyceollin enthalten, was die Sache schon um einiges schwieriger macht. Des Weiteren unterscheiden sich die Gehälter dieser Stoffe nach der jeweiligen Sorte, die angebaut wird. (3)

Phytoöstrogene ähneln menschlichen Hormonen:

Damit Phytoöstrogene im Körper des Fraßfeindes überhaupt einen Effekt erzielen können, müssen die Substanzen an Östrogenrezeptoren andocken können. Das Problem dabei ist, dass jedes Gewebe anders auf Phytoöstrogene reagiert. Faktoren wie Alter und Geschlecht spielen auch eine Rolle. (4)

Wirkung von Phytoöstrogenen auf Menschen:

Um das Überleben der nächsten Generation im Pflanzenreich sicherzustellen, ist die Vermehrung der Fressfeinde so einzudämmen, dass die nächste Generation gute Überlebenschancen hat. Bei Männern hat sich gezeigt, dass die Spermienkonzentration im Ejakulat abnimmt, sobald sie Soja verzehrt haben. Je mehr verspeist wurde, desto weniger Spermien waren vorhanden (5). Bei Frauen hingegen verändert sich der Fruchtbarkeitszyklus: Bereits 45 mg konzentrierte Isoflavone (Phytoöstrogene) bewirken eine Veränderung von zwei Tagen. (6)

Anmerkung: Die Menge von 45 Milligramm sagt an sich nichts aus, solange man nicht weiß, wie viel in Sojaprodukten vorhanden ist, die Sie regelmäßig verzehren. Die Tatsache, dass Tofu einen Gehalt von 13,5 - 33,2 mg Phytoöstrogene pro 100g aufweist und Sojamilch ebenfalls mit 4,7- 9,7 mg Phytöstrogene pro 100g zum Zuge kommt, macht die Sache schon durchaus brisanter.(1)  Wenn man das Ganze dann hochrechnet, kommen Sie ganz schnell auf die eben genannten 45 mg.  

Affentheater durch Phytoöstrogene:

Wie bereits erwähnt, können Phytoöstrogene an körpereignen Östrogenrezeptoren andocken. In Fütterungsversuchen hat sich gezeigt, dass männliche Affen zunehmend unter Verhaltensstörungen litten, sobald Sojaeiweiß zum Futter hinzugefügt wurde. Die Tiere wurden gegenüber anderen Affen deutlich aggressiver, und sie beschäftigten sich mehr mit sich selbst. Die Tatsache, dass die Verhaltensänderungen bereits ab 2mg pro Gramm Sojaeiweiß auftraten, zeigt wieder einmal, wie wirksam diese Substanzen sind. (7).

Ein weiteres Beispiel für Verhaltungsstörungen, die mit dem Verzehr von Sojaprodukten in Verbindung gebracht werden können, finden wir in der Schweinemast. Durch erhöhte Gehälter kam es bei den Tieren häufiger zu Schwanzkannibalismus (Tiere beißen sich gegenseitig die Schwänze ab). (11)

Anmerkung: Die Tatsache, dass Fleischersatz aus Soja zum Teil schon an Schulkinder „verabreicht“ wird, ist in Anbetracht der wissenschaftlichen Erkenntnisse über Phytoöstrogene durchaus Besorgnis erregend und erhärtet den Verdacht, dass Verhaltensstörungen bei Kindern durch Sojaverzehr verursacht wird.

Gynäkomastie durch Sojakonsum:

Genau wie Frauen verfügen Männer auch Östrogenrezeptoren im Bereich des Brustgewebes und können auch Milch geben, wenn der Hormonhaushalt passt. Keine Angst, so gravierend wirken sich Phytoöstrogene nun doch nicht auf den männlichen Stoffwechsel aus, aber bei einem 60-jährigen Amerikaner war das der Fall. Der Mann beklagte sich über eine Brustvergrößerung und Erektionsstörungen. Es stellte sich heraus, dass der Mann über einen längeren Zeitraum hinweg 750 Milliliter Sojamilch täglich verzehrte (8). Das zeigt mal wieder, wie wirksam Phytoöstrogene sind. Selbst bekannte Schönheitskliniken warnen davor Sojaprodukte zu verzehren. (9)

Sojanahrung für Kleinkinder: Bloß nicht!!!

Eine weitere Erkenntnis, die für Aufsehen in der Fachpresse gesorgt hat, ist, dass Phytoöstrogene das Erbgut von Zellen schädigen können. Im April 2008 gab das Institut für Nutztier-Biologie eine Warnung heraus, weil Phytoöstrogene einen negativen Effekt auf das Wachstum von Ferkeln hatte. Im gleichen Atemzug wurde erwähnt, dass die „Beurteilung der Auswirkungen sojabasierter Babynahrung auf Entwicklungsprozesse“  neu eingeschätzt werden muss. (10)

Da es sich bei Schweinen auch um Säugetiere handelt und Menschen ähnliche Stoffwechselvorgänge aufweisen, ist auch diese Tatsache besorniserregend. 

Fazit:

In Anbetracht aller Erkenntnisse, die über Phytoöstrogene bisher gewonnen wurden, kann ich Ihnen nur einen guten Rat geben: Machen Sie in Zukunft einen großen Bogen um Produkte auf Sojabasis (Sojamilch, Tofu, Fleischersatz usw.). Sollten Sie an einen Ernährungsberater gelangen, der Ihnen solche Produkte empfiehlt: Finger weg, denn Der- / Diejenige hat überhaupt keine Ahnung von der Materie.

Quellen:

 

 

 

Gynäkomastie durch Soja? Phytoöstrogene und ihre Wirkung auf den Körper
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