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Ist Vitamin C schädlich? 8 gute Argumente gegen Vitamin-C-Präparte

Vitamin C ist der Klassiker unter den Nahrungsergänzungen. Es konnte bereits in den später zwanziger Jahren aus natürlichen Quellen wie Weißkohl oder Orangensaft isoliert werden.(1) Wenn Sie im Netz recherchieren, werden Sie feststellen, dass Ascorbinsäure (Vitamin C) in vielen Blogs als eine Art Allheilmittel angepriesen wird. Unter anderem soll Vitamin C das Risiko verringern, an chronischen Krankheiten zu erkanken oder Eisenmangel zu bekommen, es soll den Blutdruck senken und zu guter Letzt auch noch das Immunsystem stärken.(2)

Um den Verkaufsdruck auf den Leser noch zu erhöhen, wird noch auf die Lebensnotwendigkeit dieses Stoffes verwiesen. 2018 gingen laut Arbeitskreis Nahrungsergänzungmittel (Ak NEM) alleine 29,2 Millionen Packungen Vitamin-C-Präparate in Deutschland über die Ladentheke (3). Angesichts all dieser Gesundheitsvorteile, die Vitamin C angeblich bietet, ist es schon fast offensichtlich, dass irgendwo ein Haken an der ganzen Sache sein muss. In diesem Artikel geht es darum, was richtig und was falsch ist über Vitamin C.

Vitamin C ist lebensnotwendig:

Vitamin C lebensnotwendig

Vitamin C ist essentiell, aber man braucht lange nicht soviel, wie es die Hersteller von Nahrungsergänzung es gerne hätten.

 

Ja das stimmt, allerdings tritt ein Mangel nur bei extrem einseitiger Ernährung (Seefahrer) auf. Es kommt bei dauerhaftem Mangel zu schweren Immunschwächen und zum Abfaulen der Gliedmaßen. Diese Krankheit nennt sich Skorbut. Allerdings ist es seit einigen Jahrhunderten zu keiner Erkrankung mehr gekommen. Die Frage müsste also lauten: Wie viel Vitamin C brauche ich überhaupt? Die DGE empfiehlt für erwachsene Frauen 90mg/pro Tag und für Männer 110mg pro/Tag. (4)

Doch bei Versuchen mit Gefangenen, die sich 99 Tage lang Vitamin-C-frei ernährten, traten nur geringfügige Mangelerscheinungen auf. Es reichten bereits 6.5-10 mg aus, um einen Mangel zu beheben. Nach erneuten Versuchen zeigte sich, dass bereits weniger als 4 mg ausreichten, um einer Mangelerscheinung vorzubeugen.  (5)

Anmerkung: Wenn man sich den Vitamin-C-Gehalt beispielsweise von Pommes anschaut (ca 5mg / pro 100 g), sind bereits 100g Pommes genug, um den Vitamin-C-Haushalt zu decken. Sprich: Eine Ergänzung über Nahrungsergänzungspräparate ist überflüssig. Des Weiteren muss neu beurteilt werden, wie lange Vitamin C vom menschlichen Körper gespeichert werden kann.(11) 

Brüchige Knochen durch Vitamin C:

In zwei Bundesstaaten von Schweden wurde eine Studie mit 65.000 Frauen (geb. 1914-1948) durchgeführt, um herauszufinden, ob eine hohe Calciumzufuhr vor Oberschenkelhalsbrüchen schützt. Diejenigen, die bereits eine Fraktur erlitten haben, galten als Fälle. Anschließend hat man die Menge an Calcium, Eisen, Magnesium und Vitamin C berechnet, die in der Nahrung vorkamen. Herausgekommen ist, dass nicht die Calciumzufuhr für die Knochenstabilität verantwortlich war, sondern andere Faktoren. Es hat sich gezeigt, das die Frauen mit einer eher knappen Versorgung an Vitamin C (42 mg/pro Tag) halb so viele Knochenbrüche hatten wie diejenigen mit einer relativ hohen Vitamin-C-Zufuhr (95mg/pro Tag). Es wird davon ausgegangen, dass Vitamin C das Calcium in den Knochen vermehrt mobilisiert. (6)

Vitamin C und Osteoporose

Vitamin C sorgt dafür, dass vermehrt Calcium aus dem Knochen freigesetzt wird. Knochenerosionen durch Säuren gelten neben Mineralstoffmangel und Untergewicht als eine der Hauptursachen für Osteoporose.

Vitamin C: Der Tumor dankt’s:

Ein weiteres Argument, mit denen Verfechter der Nahrungsergänzung für die Einahme von Vitamin C plädieren, ist die antioxidative Wirkung des Vitamins. Es hat sich gezeigt, dass sich das Antioxidans in Tumor anlagert. Daher besteht der dringende Verdacht, dass der Tumor Vitamin C verwendet, um sich vor oxidativen Schäden einer Chemo oder Bestrahlungstherapie zu schützen. Ganz schön gerissen, diese Krebszellen. (7)

Tumorzellen sind schon ziemlich ekelig, weil sie sich mit allen Tricks zu verteidigen wissen. Auch Vitamin C wird von ihnen ganz gerne verwendet um sich vor oxidativen Schäden zu bewahren.

Vitamin C fördert die Eisen-Aufnahme:

Ja, auch bei diesem Argument haben die Befürworter von Vitamin C Recht. Es gilt als erwiesen, dass sich eine erhöhte Zufuhr an Ascorbinsäure und Zitronensäure sich positiv auf die Eisenresorption auswirkt. Teilweise erhöht sich die Zufuhr um das zwei- bzw. vierfache, je nachdem, wie viel von den beiden Substanzen aufgenommen wird.

Vitamin C und Eisenaufnahme

Eisen ist ein lebensnotwendiger Nährstoff für Menschen als auch Bakterien. Daher versucht der Körper möglichst viel freies Eisen zu binden. Vitamin C setzt das Eisen hingegen frei, und das Festmahl für die patogene Keime beginnt.

Allerdings hat die Sache wie immer einen Haken: Eisen ist nicht nur verantwortlich für den Sauerstofftransport im menschlichen Körper, sondern ist gleichzeitig auch einer der größten Radikalbildner. Gerade Menschen mit einer Eisenspeicherkrankheit sollten bei der Zufuhr von Vitamin C besonders aufpassen. Es sind Fälle bestätigt, bei denen Sportler mit einer Eisenspeicherkrankheit durch zu hohe Gaben an Vitamin C eine Vergiftung erlitten (8,12)

Vitamin C für Raucher: Bloß nicht!

Um die antioxidative Wirkung von Vitamin C bei Rauchern zu untersuchen, hat man 59 Probanden jeweils zwei Monate täglich 500 mg Vitamin C verabreicht. Es konnte keine antioxidative Wirkung bei dem LDL-Cholesterin festgestellt werden. Allerdings stellte man fest, dass der Wert an Malondialdehyd im Blut gestiegen war. Dieser Wert gibt an, wie hoch die Lipidoxidation im Körper ist. (9)

Rauchen und Vitamin C

Die Kombination aus Zigarettenrauch und Vitamin C ist mitunter einer ungünstigsten Konstallationen, da Fette im Blut oxidieren können und so das Infarktrisiko steigt.

Oxidiertes LDL Cholesterin gilt als Hauptverursacher für Gefäßerkrankungen. Die Tatsache, dass Vitamin C gerade für Raucher in hohen Dosen beworben wird, ist besorgniserregend.

Vitamin C begünstigt Nierensteine:

Ein weiteres Argument, welches gegen die Einnahme von hochdosiertem Vitamin C spricht, ist die Tatsache, dass die Bildung von Nierensteinen gefördert wird. Herausgefunden wurde dies in einer schwedischen Studie mit rund 23000 schwedischen Männern. Zum Startzeitpunkt dieser Studie waren die Probanden zwischen 45 und 79 Jahren alt und wurden 10 Jahre lang beobachtet. Etwa 1000 dieser Männer nahmen täglich 1000 mg Vitamin C zu sich. (13) Bei den Probanden, die täglich 1000 mg Vitamin C zu sich nahmen, war das Risiko an Nierensteinen zu erkranken etwa doppelt so hoch wie bei der Placebo-Gruppe.

Vitamin C und Nierensteine

Zusammen mit Oxalsäure reagiert Vitamin C zu Kalziumoxalat, welches den Hauptbestandteil schmerzhafter Nierensteine ausmacht.

 

Bei 1000 mg Vitamin C pro Tag kann man schon von einer Megadosis sprechen. Allerdings lässt sich dieses Ergebnis nur bedingt auf Frauen übertragen, weil Frauen weniger dazu neigen Nierensteine zu bilden. Wenn Sie wissen, dass in Ihrer Familie eine Veranlagung zur Bildung von Nierensteinen vorhanden ist, sollten Sie auf jeden Fall auf die Ergänzung von Vitamin C verzichten.

Vorsicht Erkältungspräparate!

Gerade zur Erkältungszeit ist die Nachfrage nach Erkältungstees (Pulver mit Zitronensäure und Vitamin C) stark erhöht. Diese Getränke sind extrem sauer und greifen den Zahnschmelz an. Das Problem an der Sache ist, dass sie oftmals direkt vor dem Zu-Bett-Gehen eingenommen werden und durch das Zähneputzen der aufgeweichte Zahnschmelz abgetragen wird. Langfristig führt das zur Zahnerosion und hat lästige und schmerzhafte Zahnarztbesuche zur Folge. (10)

Zahnerosion und Erkätungstees

 

Fazit:

Anhand der wissenschaftlichen Fakten lässt sich sagen, dass es Vitamin C lebensnotwendig ist, aber der Vitamin-C-Gehalt in der Nahrung mehr als vollkommen ausreicht, um den Bedarf zu decken. Des Weiteren handelt es sich um eine pharmakologisch wirksame Substanz, deren Wirkung nicht unterschätzt werden darf und deshalb in ärztliche Hände gehört.

Ich persönlich halte mich lieber an ein altes englisches Sprichwort: „An apple a day keeps the doctor away“. Zu Deutsch: Ein Apfel am Tag hält mich gesund, sodass ich nicht zum Arzt brauche.

Quellen:

 

 

Ist Vitamin C schädlich? 8 gute Argumente gegen Vitamin-C-Präparte
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